
Michael Ende
Der Autor der Romanvorlage von "Momo", Michael Ende,
kam 1929 in Garmisch Partenkirchen als Sohn des Malers Edgar Ende zur Welt.
Er starb 1995 in Stuttgart.
Auf dem Schlossplatz von Palermo ist er im Jahr 1956 zum Geschichtenerzähler
geworden. Dort lauschte er den "Cantastorie", den traditionellen Barden
Siziliens, und wenig später schrieb er seinen ersten Satz als Schriftsteller.
1971 entdeckte Michael Ende 25 Kilometer von Rom in Genzano
die Villa Casa Liocorno (sein "Haus Einhorn") mitten in einem Olivenhain.
Hier wohnte er mit seinen Tieren: Hunde, Katzen und Schildkröten. Bereits
vor seinem Umzug nach Genzano hatte Ende mit den Entwürfen zu "Momo"
begonnen. Der grösste Teil aber entstand in der neuen Heimat und wurde
stark von der römischen Kultur und Lebensweise beeinflusst. Michael Ende
war sich sicher, dass er dieses Buch in Deutschland so nicht hätte schreiben
können: "Momo" war sein Dank und Gruss an die wunderbare Stadt
Rom und ihre liebenswürdigen Menschen.
Weitere berühmte Werke von Michael Ende: "Jim Knopf" (1960/61), "Die unendliche Geschichte" (1979).
Michael Ende über die Entstehung von "Momo":
"lch hatte fast alle einzelnen Szenen aus ,Momo' schon fertig. lch hatte die Figuren, ich hatte auch schon einzelne Kapitel geschrieben, konnte das Buch aber sechs Jahre nicht fertig schreiben, weil mir eine einzige Regel noch fehlte. Die Frage hiess ganz einfach: ,Wenn die Zeitdiebe, die Grauen Herren, allen Menschen ihre Zeit stehlen können, warum können sie sie von Momo nicht stehlen?' Eines morgens beim Frühstück sagte ich plötzlich zu meiner Frau: ,Jetzt hab' ich es!' Ganz einfach: Zeit stehlen kann man nur demjenigen, der Zeit spart, und jemand wie Momo, durch die die Zeit sozusagen immer hindurchfliesst, die hat ja gar keine, die man ihr stehlen könnte. Damit war die Idee der Zeitsparkasse geboren."
Michael Ende über die Zeit:
"Die Tatsache, dass Zeit messbar ist, also unterteilt werden kann in Tage, Stunden, Minuten, beweist eigentlich - mathematisch -, dass sie nicht unendlich ist, denn eine halbe Unendlichkeit ist ja selbst wieder unendlich und so jedes seiner Teile. Wäre Zeit unendlich, so müsste es auch jede Sekunde sein. lst sie aber endlich, so ist sie im Grunde nur Schein in einer zeitlosen Wlrklichkeit."